Borromäerinnen im Krankenhaus Boppard

Anschrift

Konvent der Borromäerinnen
Hospitalgasse 2 
56154 Boppard

Geschichte

Vor über 150 Jahren fand in Boppard eine Begegnung statt, die sich als ungemein fruchtbar erweisen sollte: Die Begegnung zwischen einer bereits traditionsreichen karitativen Kongregation und einer mehr als 600 Jahre alten bürgerlichen Stiftung.

Boppard verdankt die Initiative zur Niederlassung der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus dem Pfarrer Johann Baptist Berger, dessen Bemühungen es gelang, die Borromäerinnen für die Leitung des "Hospitals zum Heiligen Geist" zu gewinnen. Bürgermeister Syrée, Vorsitzender der Hospital-Kommission, hatte die Bestrebungen Bergers sehr unterstützt. In einer geordneten Krankenpflege durch die bewährten Borromäerinnen hoffte er, im Kampf gegen die verbreitete Armut und Not einen Bundesgenossen zu finden.

Am 21. September 1855 trafen drei Schwestern, Maria Hyacintha Bohnen als Oberin, Maria Ignatia Lehnard und Maria Placida Niederée, begleitet von dem Generalsuperior des Ordens, Monseigneur Marquet aus Nancy, und der Provinzialoberin des Mutterhauses in Trier, Maria Xaveria Rudler, mit dem Dampfschiff in Boppard ein.

Der Salziger Pfarrherr Johann Nick, ein bekannter Heimatforscher, drückt die allgemeine Stimmungslage wohl richtig aus, wenn er schreibt: "Wer die Zustände im Hospital in der früheren Periode gesehen, der freute sich in dem Gedanken, jetzt kommt für die Armen und Kranken eine bessere Zeit!“

Mit Mut und Tatkraft gingen die Borromäerinnen ans Werk. Ärmlich waren die Verhältnisse in ihrem bescheidenen Anwesen. In unermüdlicher Arbeit haben die Schwestern dieses Haus in ein Krankenhaus umgewandelt.

Wie in vielen ihrer Häuser, so schlossen sich auch in der Bopparder Niederlassung der Borromäerinnen an die Pflege der armen, kranken und alten Menschen sehr bald pädagogische Tätigkeiten verschiedener Art an. Neben den Waisenkindern (elternlosen und verwahrlosten Kindern) wurden den Schwestern Vorschulkinder (Kleinkinderbewahrschule 1856), Handarbeitsschülerinnen (Nähschule 1858) und Haushaltungsschülerinnen (Haushaltungspensionat 1864) anvertraut.

Seit der Übernahme des Hospitals haben die Borromäerinnen die volle Verantwortung für das Haus getragen. Kennzeichnend für die seitherige Entwicklung des Krankenhauses ist einerseits die Bevölkerungszunahme und der stärkere Zuspruch, andererseits die schnelle Entwicklung der Gesundheitspflege, an der die Borromäerinnen maßgeblich beteiligt waren.

In zwei Bauabschnitten (1962 und 1973) entstand der Neubau des Krankenhauses, welches seit 1970 von der Stiftung "Hospital zum Heiligen Geist" nach unternehmerischen Gesichtspunkten der freien Wirtschaft geführt und von einem Verwaltungsdirektor geleitet wird. Diese neue Verwaltungsform hat den Borromäerinnen eine Bürde von den Schultern genommen, die sie länger als ein Jahrhundert in so verantwortungsbewußter Weise getragen haben.

Eine ausführlichere Darstellung, der Borromäerinnen in Boppard finden Sie in der Chronik "150 Jahr Borromäerinnen im Krankenhaus Boppard":

 Chronik: borromaeerinnen-boppard.pdf

Heute

Konvent Boppard

Heute bilden fünf  Borromäerinnen den Konvent in Boppard. Die Schwestern sind im Krankenhaus und Altenheim tätig:

  • im Pfortendienst
  • in der Seelsorge
  • im Sakristeidienst
  • in der Krankenhausbücherei
  • im psycho-sozialer Dienst.

Darüber hinaus engagieren sie sich als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen in der Pfarrseelsorge.

Die Schwestern, die aus dem Geiste christlicher Caritas leben und wirken, tragen in ihrer ganz besonderen Weise zur anerkannt guten Atmosphäre des Hauses bei.

Website: www.stiftungsklinikum.de

Unser Charisma

Wir Borromäerinnen in Boppard sehen unseren Dienst an den Menschen, so wie ihn Silja Walter im Gebet des Klosters am Rande der Stadt beschrieben hat:

  • Wir möchten zuhause sein, leben am Ufer des Rheins unten am Fluss, der das Städtchen Boppard begrenzt.
  • Wir möchten aufmerksam sein und den Herrn erwarten, stellvertretend im Gebet für alle und im Da-Sein für die Menschen im Krankenhaus, im Altersheim, für die Aussiedler aus Osteuropa und für die Menschen in der Pfarrei.
  • Wir möchten das Wort Gottes und seine Liebe an die Menschen weitergeben mit unseren geringen Fähigkeiten und Möglichkeiten.
  • Wir möchten die Freude am Glauben weitergeben.
  • Wir möchten in der Not des Alltags mit aushalten und durchhalten, auch wenn die Nähe Gottes nicht spürbar ist.
  • Wir laden Gott ein in unser Leben unten am Fluss, jeden Tag neu.

Den Wortlaut des Gebetes finden Sie unter www.kloster-fahr.ch/Kloster/siljawalter.html  oder www.sijawalter.ch

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